Augsburg bissig
Um möglichen rechtlichen Problemen bei zukünftigen Veröffentlichungen auf dieser Domain aus dem Weg zu gehen, schickte Michael vorsorglich eine Mail an die Stadt Augsburg (OB-Referat) und bat um eine entsprechende Bescheinigung, die Domain für sein Blogprojekt nutzen zu dürfen.
Statt einer Bescheinigung erhielt Michael dann auf dem Postweg eine Abmahnung inkl. Unterlassungserklärung, verbunden mit einer Kostennote in Höhe von € 1890,91.
Die Stadt Augsburg hat sich wohl am Abmahnkeulenvorbild Jack Wolfskin (ebenfalls beim Werbeblogger) orientiert und beißt erstmal zu, statt das Gespräch zu suchen.
Ich schüttele mal wieder heftig den Kopf, zumal ich gestern einen Einführungsworkshop zu Social Media gegeben habe und der Umgang mit möglichen Markenverletzungen auch dort ein Thema war. Erfreulicherweise leuchtete es allen Workshopteilnehmern ein, dass Abmahnungen nicht gerade dazu geeignet sind, ein Problem aus der Welt zu schaffen, sondern eher zu dessen Vergrößerung beitragen (Frau Streisand lässt grüßen.)
Im Fall Augsburgr.de gab es m.E. noch nicht mal ein Problem. Da hat ein engagierter Bürger der Stadt das getan, was alle tun: erstmal eine Domain gesichert. Und er ist so nett und fragt nach, ob es OK ist, sie auch zu verwenden. Wie Roland schreibt er "streckt die Hand zum Gespräch aus".
Und was macht die Stadt? Sie bleckt die scharfen Juristenzähne und knurrt finanziell vernehmlich. Den Ausgang der Geschichte können wir uns ausrechnen.
Vielleicht hätte es geholfen das englische Sprichwort zu kennen:
"Don't bite the hand that feeds you." Für Städte und ihre steuerzahlenden Bürger ein besonders passendes Bild, finde ich.





